Sozialplan für Sanmina vereinbart
Angel Stürmlinger
Auffanggesellschaft ab 1. Mai - Beteiligung wäre Chance für Siemens
Karlsruhe (30.03.2007) - Der Betriebsrat hat mit der Geschäftsleitung des vor der Schleißung stehenden Leiterplattenwerks Sanmina einen Sozialplan vereinbart. Demnach stellt der US-Konzern Sanmina-SCI nun insgesamt 3,9 Millionen Euro für Abfindungen an die noch 254 Beschäftigten zur Verfügung. "Dies ist eine Schadensbegrenzung, die nur durch den großen Zusammenhalt der Beschäftigten und durch den starken Protest der vergangenen Wochen zustande gekommen ist", erklärte der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Karlsruhe, Angel Stürmlinger, am Freitag. Ursprünglich war von dem im kalifornischen San Jose beheimateten Elektronik-Hersteller nur rund die Hälf-te der jetzigen Summe in Aussicht gestellt worden.
Außerdem wurde mit dem Unternehmen die Bildung einer Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft ab dem 1. Mai vereinbart. Diese Auffanggesellschaft bewahrt die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor dem direkten Abgleiten in die Arbeitslosigkeit. Als Beschäftigte der Gesellschaft können sie an Bewerbertrainings, Fortbildungen und Umschulungen teilnehmen.
Stürmlinger forderte in diesem Zusammenhang erneut eine konstruktivere Beteiligung von Siemens, das die Leiterplattenfertigung erst vor zwei Jahren an Sanmina-SCI verkauft hat. Siemens müsse nun zumindest die Möglichkeiten erweitern, um die Betroffenen bevorzugt und zügig wieder am Standort Karlsruhe oder bei Firmen im Industriepark unterzubringen. "Ein stärkeres Engagement für seine früheren Beschäftigten und eine finanzielle Beteiligung an der Auffanggesellschaft wären eine große Chance für Siemens", erklärte Stürmlinger. Vor dem Hintergrund der vielen Skandale der letzten Monate könnte der Konzern auf diese Weise wenigstens etwas sein angeschlagenes Image verbessern.
"1.200 Stellen weg - Es reicht!"
Morgen: Demonstration gegen Arbeitsplatzabbau in Karlsruhe
Karlsruhe (12.03.2007) - Die IG Metall Karlsruhe macht mobil gegen den anhaltenden Abbau von Arbeitsplätzen im Stadtkreis Karlsruhe. Mit einer Protestkundgebung am morgigen Dienstag (13.03.) ab 16 Uhr auf dem Marktplatz in Karlsruhe unterstreicht die Gewerkschaft ihre Forderung nach einem Umdenken in den Unternehmen und einer aktiveren Rolle der städtischen Wirtschaftspolitik. Hintergrund des Protestes sind die in den letzten Monaten im Stadtbereich gestrichenen 1.200 Stellen in Betrieben und bei Dienstleistern. "Das geht alle an. Deshalb wenden wir uns jetzt an die Öffentlichkeit". Erklärte der 1.Bevollmächtigte Angel Stürmlinger am Montag. Dabei haben betroffene Unternehmen wie Pfizer oder Allianz 2006 Rekordgewinne erwirtschaftet. "Die Stellenstreichungen haben daher im wesentlichen nur ein Ziel", betonte Stürmlinger. "Weitere kurzfristige Profitsteigerung auf Kosten der Beschäftigten.
Vor diesem Hintergrund forderte der 1. Bevollmächtigte eine Neuausrichtung der Wirtschaftspolitik von Stadt und Region. Bei der hiesigen Wirtschaftsförderung stünden zu sehr Faktoren wie Flächenangebot und Verkehrsanbindung im Vordergrund. "Um die Lage zwischen Beschäftigten und Geschäftsleitungen vor Ort in den Betrieben kümmert man sich hingegen kaum", kritisierte Stürmlinger. "Kommunale und regionale Arbeitsmarktpolitik muss sich aber mehr am konkreten Bedarf orientieren, sonst haben wir hier bald eine Situation wie in Ostdeutschland: Wunderbare neue Infrastruktur für immer weniger Betriebe und bei hoher Arbeitslosigkeit." Der Protest ist auch als eine Solidaritätsbekundung für die 270 Beschäftigten von Sanmina-SCI im Siemens Industriepark Karlsruhe gedacht. Bei der ehemaligen Leiterplattenfertigung von Siemens wird weiter um den Erhalt der Arbeitplätze gerungen. Als Reaktion auf die für Ende März angedrohte Werksschließung findet seit Montag letzter Woche eine Betriebsversammlung statt. Der US-amerikanische Eigentümerkonzern Sanmina-SCI hat bislang nicht einmal einen angemessenen Sozialplan vorgelegt.
270 Beschäftigte kämpfen um ihre Jobs
Ehemalige Siemens Leiterplattenfertigung in Karlsruhe soll geschlossen werden
09.03.2007 Stuttgart/Karlsruhe - Die 270 Beschäftigten der ehemaligen Leiterplattenfertigung von Siemens in Karlsruhe kämpfen um ihre Jobs. Bereits Anfang Februar wurden Betriebsrat und Belegschaft über die Pläne des jetzigen Eigentümerkonzerns Sanmina-SCI informiert. Sanmina hatte das Werk erst im Sommer 2004 von Siemens übernommen. Jetzt soll es Ende März 2007 geschlossen werden.
Als Reaktion auf die Ankündigung ruht seit Beginn der Woche die Arbeit. Belegschaft, Betriebsrat und IG Metall beraten auf einer bislang andauernden Betriebsversammlung das weitere Vorgehen. Sämtliche Gespräche mit der Geschäftsleitung blieben bis heute erfolglos.
Die IG Metall fordert einen angemessenen Sozialplan, sollte die Unternehmensleitung nicht von ihrer Schließungsabsicht abrücken. Bislang hat der US-Mutterkonzern Sanmina-SCI im kalifornischen San Jose für einen solchen Sozialplan gerade mal 1,9 Millionen in Aussicht gestellt. Angel Stürmlinger, Geschäftsführer der IG Metall Karlsruhe dazu heute: "Das ist nicht mehr als ein Nasenwasser für die Betroffenen, die ihren Job verlieren sollen, vor der Arbeitslosigkeit stehen und in den Abgrund von Hartz IV schauen".
Die IG Metall erhebt aber auch schwere Vorwürfe gegen den Siemens-Konzern. Angel Stürmlinger: "Siemens hat seine ehemaligen Beschäftigten sehendes Auges in den Untergang verabschiedet". Er wirft dem Elektronikkonzern weiter vor, durch den Abzug von fast zwei Dritteln der Aufträge für den Sanmina-Standort die Situation des Karlsruher Werkes deutlich verschärft zu haben. "Aber wenn schon keine juristische, so hat Siemens doch zumindest eine moralische Verpflichtung gegenüber seinen ehemaligen Beschäftigten", so Stürmlinger.
Die Beschäftigten fühlen sich unterdessen über den Tisch gezogen. Erst vor zwei Jahren sind sie der Geschäftsleitung entgegen gekommen und haben auf Weihnachts- und Urlaubsgeld verzichtet. Zum Dank will man sie jetzt vor die Tür setzen.
Laut einer Studie des IMU-Instituts ist die Standortschließung für das Unternehmen teurer als eine Restrukturierung. Stürmlinger: "Wir haben Alternativen zu diesem Kahlschlag".
Sanmina-Beschäftigte fordern endlich Klarheit
Karlsruhe (06.03.2007) - Protest geht weiter. Die 270 Beschäftigten von Sanmina-SCI protestieren weiter für den Erhalt des Leiterplattenwerks im Siemens Industriepark Karlsruhe.
Seit Beginn der Woche wird in dem Betrieb des kalifornischen Auftrags-Elektronikherstellers nicht mehr gearbeitet.
In einer andauernden Betriebsversammlung beraten Belegschaft und IG Metall das weitere Vorgehen.
Für den morgigen Mittwoch (7. März) ist erneut ein Treffen mit der Geschäftsleitung geplant.
"Die Geschäftsleitung muss sich endlich klar äußern", fordert der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Karlsruhe,
Angel Stürmlinger. Falls es tatsächlich nicht mehr zu einer Restrukturierung des Unternehmens kommen sollte, müsse ein angemessener Sozialplan vorgelegt werden. Die dafür bislang vom US-Mutterkonzern im besten Fall in Aussicht gestellten 1,9 Millionen Euro seinen völlig unakzeptabel. "Das ist für die einzelnen Betroffenen nicht mehr als ein Butterbrot", erklärte Stürmlinger.
Die Stimmung unter den Beschäftigten schwankt unterdessen zwischen Wut und Angst. "Die letzten Jahre gab es immer nur leere Versprechungen", heißt es vom Betriebsrat. Vor zwei Jahren seien die Beschäftigten der Geschäftslei-tung mit einem Ergänzungs-Tarifvertrag finanziell weit entgegen gekommen. Man habe auf Weihnachts- und Urlaubsgelder verzichtet. Zudem sei noch vor wenigen Monaten erst der EuropaVertrieb von Sanmina-SCI in das Karlsruher Werk integriert worden. "Immer hieß es: Karlsruhe bietet große Chancen. Und nun sollen wir kalt abserviert werden."
Bei vielen Betroffenen herrscht Angst vor der Zukunft. "Ihnen wird klar, dass nach einem Jahr Arbeitslosigkeit Hartz IV und damit ein sozialer Absturz droht", erklärt Stürmlinger. Der 1. Bevollmächtigte forderte erneut auch konkrete Zusagen von der Siemens AG, zu der das Werk bis vor zwei Jahren gehörte. "Die in Aussicht gestellte bevorzugte Behandlung von Sanmina-Mitarbeitern bei der Besetzung offener Stellen reicht nicht."
Abfindungspläne ein schlechter Witz
Produktion bei Sanmina-SCI steht still - Große Wut bei Beschäftigten
Karlsruhe (05.03.2007) - Beim von der Schließung bedrohten Leiterplattenwerk Sanmina-SCI in Karlsruhe spitzt sich die Lage zu. Mit großer Wut haben die Beschäftigten auf die bekannt gewordenen Abfindungspläne durch den US-Mutterkonzern reagiert. Demnach sollen die 270 Beschäftigten nach der für 31. März geplanten Werksschließung im Schnitt lediglich mit rund 7.000 Euro brutto abgefunden werden. "Angesichts von Betriebszugehörigkeitszeiten von zum Teil mehr als 30 Jahren ist das nur ein schlechter Witz", kritisieren Betriebsrat und IG Metall. Bei dieser Summe blieben für die Betroffenen nach Abzug der Steuern nur circa 4.000 Euro übrig. In einer schriftlichen Erklärung gegenüber der Geschäftsleitung, machten der Betriebsrat, die Beschäftigten und die IG Metall deutlich, dass es den Beteiligten nach wie vor um die Fortführung des Leiterplattenwerkes und damit um den Erhalt der Arbeitsplätze geht. Sie wandten sich deutlich sowohl gegen eine Schließung, als auch einer Insolvenz.
Die Abfindungspläne waren bereits am Freitagnachmittag durchgesickert. Seit Freitag vergangener Woche ist die Produktivität auf dem Nullpunkt!. In einer andauernden Betriebsversammlung "ohne zeitliches Ende" beraten IG Metall und Beschäftigte das weitere Vorgehen. In der Kritik stehen dabei sowohl die Geschäftsleitung als auch die Siemens AG, von der das Leiterplattenwerk im Siemens Industriepark Karlsruhe vor zwei Jahren an den kalifornischen Auftrags-Elektronikhersteller Sanmina-SCI veräußert wurde. Siemens-Chef Klaus Kleinfeld habe inzwischen eine Rücknahme der Auftragskürzungen um mehr als zwei Drittel seit dem vergangenen Jahr abgelehnt. "Ein solcher Schritt wäre aber notwendig, um dem Werk doch noch eine Chance zu geben", sagte der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Karlsruhe, Angel Stürmlinger am Montag. Ein von der IG Metall vorgelegtes Alternativkonzept sieht genau darin den Schlüssel für den Fortbestand des Werks. "Die früheren Siemensianer fühlen sich verraten und verkauft", beschrieb Stürmlinger die aktuelle Lage. Der 1. Bevollmächtigte begrüßte zwar, das Siemens bei Entlassungen eine bevorzugte Behandlung von Sanmina-Mitarbeitern bei der Besetzung offener Stellen in Aussicht gestellt hat. "Aber das reicht nicht aus, um Verantwortung zu zeigen", kritisierte Stürmlinger.
Werksschließung teuerer als Restrukturierung
Karlsruhe, 22.02.2007 IG-Metall Karlsruhe
Die IG Metall rät Sanmina-SCI zu wirtschaftlicher Vernunft
Karlsruhe (22.02.2007) - Die IG Metall Karlsruhe wirft der Geschäftsleitung des Auftragsfertigers Sanmina-SCI wirtschaftliche Unvernunft vor. "Eine Schließung des Leiterplattenwerks in Karlsruhe wird für den Konzern teurer als eine Restrukturierung des Betriebs", erklärte der 1. Bevollmächtigte Angel Stürmlinger am Donnerstag. Zu diesem Ergebnis kommt das Stuttgarter Forschungs- und Beratungsinstitut für Medienforschung und Urbanistik (IMU), das im Auftrag der Gewerkschaft betriebswirtschaftliche Kennzahlen untersucht und ein Alternativkonzept zur für Ende März angedrohten Werksschließung erarbeitet hat. Bei einer Schließung müsste Sanmina-SCI unter anderem gesetzlich vorgeschriebene Mittel in Millionenhöhe für Abfindungen, Pensionen, Auslauflöhne und den Rückbau von Anlagen aufbringen. "Eine Fortführung der Produktion ist wesentlich günstiger", betonte Stürmlinger. Der Sanmina-Leitung wurden die Alternativvorschläge am heutigen Donnerstag vorgelegt. In den Überlegungen zu einer Neuausrichtung kommt Siemens eine Schlüsselrolle zu. Der Elektronikkonzern hatte das Leiterplattenwerk erst vor zwei Jahren an den US-Elektronik-Hersteller Sanmina-SCI (San Jose) verkauft. Zudem kürzte Siemens seine Aufträge an den Leiterplattenfertiger inzwischen um mehr als zwei Drittel. "Das bricht dem Werk mit 270 beschäftigten ehemaligen Siemensianern jetzt das Genick", erklärt Stürmlinger. Er kündigte weitere Verhandlungen mit der Sanmina-Geschäftsleitung für den 2. März an. Dann werde es auch eine weitere Betriebsversammlung geben. Auch erneute Protestaktionen der Beschäftigten würden diskutiert. "Die Leute sind zurecht wütend", beschreibt Stürmlinger die Stimmung unter den Betroffenen. Auch, weil die bislang von der amerikanischen Muttergesellschaft in Aussicht gestellten finanziellen Mittel bei weitem nicht ausreichen, um im Falle einer Schließung die berechtigten Forderungen der Belegschaft abzudecken.
Trotz der prekären Situation sind die Beschäftigten laut Betriebsratsvorsitzendem Jürgen Keiber weiter motiviert. Zu Produktionsausfällen sei es bislang nicht gekommen. Zudem beteiligen sich die Mitarbeiter aktiv an der Rettung ihres Betriebs. Aus der Belegschaft sind bereits Dutzende Verbesserungs- und Einsparvorschläge eingegangen. Die Beschäftigten fordern, dass sich die amerikanische Konzernspitze mit der Lage vorort vertraut machen soll. Trotz mehrfacher Aufforderung habe sich bis-lang aber noch niemand aus dem Managment in San Jose nach Karlsruhe begeben.
Demo für den Erhalt der Arbeitsplätze
Karlsruhe, 13.02.2007 IG-Metall Karlsruhe
Die gesamte Belegschaft der Sanmina SCI demonstrierte um und auf dem Siemens Industriepark für den Erhalt der Arbeitsplätze
Die gesamte Belegschaft demonstrierte am heutigen Tage gegen die geplante Betriebsschließung des Leiterplattenwerkes der Sanmina SCI. Die Deminstartion führte von den Gebäuden der Sanmina, durch den Siemens Industriepark, zur Hauptpforte an der Östlichen Rheinbrückenstraße. Danach liefen die demonstrierenden Beschäftigten um den Siemens Industriepark herum, auf das Gelände des Werk 2 der Siemens AG und schließlich durch die Ostpforte zum Veranstaltungsort der anschließend stattfindenden Betriebsversammlung. Die Belegschaft hat damit ein Zeichen gesetzt, dass sie enschlossen ist, sich mit allen Mitteln gegen die Vernichtung von 270 Arbeitsplätzen, zur Wehr setzen werden.
Beschäftigte wehren sich!
Protestaktion bei Sanmina-SCI am Di., 13.02.2007
Karlsruhe (12.02.2007) - Mit einem Protestzug durch den Siemens Industriepark Karlsruhe setzen sich am morgigen Dienstag (13.02.2007) die Beschäftigten beim Auftragsfertiger Sanmina-SCI gegen die angedrohte Werksschließung zur Wehr. "Es geht um 270 Menschen", erklärte der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Karlsruhe, Angel Stürmlinger, am Montag. Obwohl die Beschäftigten in den vergangenen beiden Jahren mit schmerzhaften Einbußen beim Einkommen Umstrukurierungsmaß-nahmen mitfinanziert haben, will sie der Konzern mit Sitz im kalifornischen San Jose Ende März vor die Tür setzen. Zu den Beschäftigten zählen auch 29 Schwerbehinderte, die es sehr schwer haben dürften, eine andere Stelle zu finden. Die IG Metall hält das Vorgehen von Sanmina-SCI für übereilt. Zusammen mit dem Betriebsrat und dem Stuttgarter Forschungs- und Beratungsinstitut für Medienforschung und Urbanistik (IMU) erarbeitet die Gewerkschaft derzeit ein Alternativkonzept zur Schließung der Leiterplattenfertigung. "Ziel ist weiter eine Fortführung der Produktion und der Erhalt aller Arbeitsplätze", so Stürmlinger. Dabei sieht die IG Metall auch Siemens in der Pflicht. Erst vor zwei Jahren wurde das Leiterplattenwerk vom Technologiekonzern an den Auftags-Elektronikhersteller Sanmina-SCI veräußert.
Treffpunkt für den Protestmarsch ist um 8:00 Uhr vor dem Sanmina-SCI-Werk im Gelände 1 des Siemens Industrieparks an der Östlichen Rheinbrückenstraße 50.
Kampf gegen Betriebsschließung geht weiter
Die 270 Beschäftigten der Firma Sanmina in Karlsruhe im Industriepark Siemens wehren sich gegen die geplante Schließung.
Auf einer Mitgliederbversammlung, am heutigen Samstag, den 10.02 bei der IG Metall in Karlsruhe beteiligten sich über 150 Kolleginnen und Kollegen der Firma Sanmina, um sich über die derzeitige Situation bei der insolvensbedrohten Firma Sanmina auszutauschen und sich auf eine Strategie für das weitere Vorgehen zu verständigen. Der erste Bevollmächtigte der IG Metall, Angel Stürmlinger schilderte eingangs die Situation und verdeutlichte die weitere Strategie." Die IG Metall wird gemeinsam mit dem IMU - Institut ein Konzept zur Weiterführung der Geschäfte und somit dem Erhalt der Arbeitsplätze entwickeln," so Stürmlinger.
Der Betriebsratsvorsitzende, Jürgen Keiber stellte die Arbeit des Betriebsrates dar und erklärte, dass der Betriebsrat den Beschluß gefaßt hat, sich vom Rechtsanwalt, Hans Löffler beraten und unterstützen zu lassen.
" Wir werden alles in unserer Macht stehende veranlassen und machen, um die Arbeitsplätze zu erhalten und dafür ist es notwendig, dass wir alle zusammen stehen und solidarisch miteinander kämpfen," so Keiber.
Die IG Metall, der Betriebsrat und die Belegschaft der Sanmina stehen solidarisch zusammen und werden gemeinsam kämpfen um für alle Beschäftigte, dass best mögliche zu erreichen. Dies verdeutlichte auch die gute Beteiligung an der heutigen Mitgliederversammlung.
Angel Stürmlinger und Jürgen Keiber beantworteten, so weit es ihnen möglich war, sämtliche Fragen der Beschäftigten Kolleginnen und Kollegen.
Weitere Fragen wurden für die am Dienstag, den 13.02 stattfindende Betriebsversammlung festgehalten um sie direkt an die Geschäftsleitung zu richten.
Weiter verständigten sich die Anwesenden darauf, vor der geplanten Betriebsversammlung gemeinsam in einem Demonstrationszug durch den Siemens Industriepark zu laufen um ihre Wut und ihren Ärger über das vorgehen der Geschäftsleitung zu zeigen und um deutlich zu machen, dass sie die beabsichtigte Schließung nicht einfach hinnehmen werden.
IG Metall kämpft um 270 Arbeitsplätze
Sanmina-SCI will Leiterplattenfertigung in Karlsruhe schließen
Karlsruhe (06.02.2007) - Die IG Metall Karlsruhe strebt Alternativen zur für Ende März angedrohten Schließung der Leiterplattenfertigung beim US-Konzern Sanmina-SCI in Karlsruhe an. Die Geschäftsleitung habe endlich Kennzahlen zur wirtschaftlichen Lage vorgelegt, erklärte der 1. Bevollmächtigte Angel Stürmlinger am Dienstag. Zusammen mit dem Betriebsrat werde man die Zahlen prüfen und mit externer Hilfe Gegenvorschläge erarbeiten. Dabei werde der Erhalt von 270 betroffenen Arbeitsplätzen angestrebt.
"Auch die Siemens AG steht nun in der Pflicht", sagte Stürmlinger. Erst vor zwei Jahren wurde das Leiterplattenwerk im Siemens Industriepark Karlsruhe an den Auftrags-Elektronikhersteller Sanmina-SCI veräußert. "Die Beschäftigten haben zuvor zum Teil mehr als 20 Jahre bei Siemens gearbeitet", erklärte Stürmlinger. "Nun sollen sie plötzlich vor dem Nichts stehen." Die IG Metall wird mit Siemens Gespräche suchen. Die Beschäftigten von Sanmina-SCI haben in den vergangenen beiden Jahren auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld beziehungsweise auf 16 Prozent ihrer Jahreseinkünfte verzichtet. Damit unterstützten sie die notwendigen Umstrukturierungsmaßnahmen in ihrem Betrieb. "Nun werden sie kalt vors Gesicht gestoßen", kritisierte Stürmlinger. Er ging aber auch noch aus anderen Gründen hart mit der Geschäftsleitung von Sanmina-SCI ins Gericht. Schließungspläne würden schon seit Monaten im Kreis der Sanmina Führung diskutiert. Jedoch erst am gestrigen Montag (05.02.) sind Belegschaft und Betriebsrat über das Vorhaben informiert worden. "Das ist ein ungeheuerliches und unrechtmäßiges Vorgehen", kritisierte der 1. Bevollmächtigte. Einen faden Beigeschmack enthalten die Pläne zudem vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Gesamtsituation bei Sanmina-SCI. Der Kon-zern mit Sitz im kalifornischen San Jose hatte Ende Januar für das erste Fiskalquartal 2006/07 einen Nettogewinn von 28,1 Millionen Dollar bekannt gegeben - nach einem Gewinn von 17,4 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. "Da sollen wohl wieder mal die Aktienkurse auf Kosten der Beschäftigten nach oben getrieben werden", so Stürmlinger. Er kündigte weitere Proteste an. Am 13. Februar werde es eine Betriebsversammlung geben.

