Beispielhafte Solidarität

von Angel Stürmlinger,
1. Bevollmächtigter der IG Metall Karlsruhe

Warum führten die Beschäftigten von Sanmina-SCI in Karlsruhe und die IG Metall eine Auseinandersetzung, bei der von Anfang an sehr unsicher war, was als Ergebnis erreicht werden konnte?
Es ging ihnen und uns als IG Metall um die Würde jedes Einzelnen.
Es ging um die Würde, einen Arbeitsplatz zu haben.
Und um die Würde, alle Möglichkeiten für den Erhalt der Arbeitsplätze auszuschöpfen.

Der Ortsvorstand der Verwaltungsstelle Karlsruhe hat beschlossen, den Konflikt um die Schließung des Leiterplattenwerks Sanmina zu dokumentieren.

Dabei geht es um das beispielhafte solidarische Zusammenstehen einer ganzen Belegschaft.
Selbst Drohungen der Geschäftsleitung, ihnen ihre Existenzgrundlage sofort zu entziehen,
hielten die rund 270 Beschäftigten, davon 230 IG Metall-Mitglieder, in einer elftägigen Betriebsversammlung und darüberhinaus stand.
Bis zuletzt wehrten sie sich gegen Arbeitslosigkeit und Hartz IV.
Durch ihre Aktionen setzten sie das Thema Arbeitsplatzabbau und fehlende Arbeitsplätze in Karlsruhe auf die Agenda der Politik.
Das zeigen nicht zuletzt die Reaktionen auf die Kundgebung vor dem Rathaus auf dem Karlsruher Marktplatz.
Leider ist es nicht gelungen, die Siemens AG, bei der die Beschäftigten zuvor 20, 30 oder gar 40 Jahre beschäftigt waren, in die Verantwortung zu nehmen.

Den Arbeitsplatz hat man den Sanmina-Beschäftigten letzten Endes genommen, ihre Würde aber nicht.

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